September 21, 2017 | Log in
 
 

Besuch der DOCUMENTA

Vom 30.06. – 03.07. besuchten die beiden Kollegiaten Michael Heidt und Kalja Kanellopoulos die documenta (13) in Kassel. Die im Fünfjahrestakt stattfindende und jeweils 100 Tage dauernde Veranstaltung war dieses Mal der künstlerischen Forschung gewidmet. Im Fokus standen Formen der Einbildungskraft, die Materie, Dinge, tätiges Leben und Engagement in Verbindung mit Theorie und aktuellen Forschungen auf verschiedensten Feldern untersuchen. Dabei wurden wissenschaftliche, künstlerische und historische ebenso wie zeitgenössische Erkenntnisse mit einbezogen. Gemäß der thematischen Ausrichtung der beiden Projektteilnehmer waren zudem die offerierten medial-technischen Zusatzangebote, wie etwa die Android-Applikation dMAPS, von besonderem Interesse.

Neben der Vielzahl an künstlerischen Artefakten und Installationen stand für die Kollegiaten im Hinblick auf die eigene Arbeit vor allem auch deren Präsentation im Fokus der Aufmerksamkeit. Zunächst stach hier das Spiel mit der Differenz zwischen Kultur und Natur ins Auge. So war neben klassischen, durch ihre Architektur beeindruckenden Ausstellungsorten – wie etwa dem Fridericianum, der barocken Orangerie oder der Neuen Galerie – ein Großteil der Kunst in der 125 Hektar messenden Karlsaue zu finden. Innerhalb der verschiedenen Ausstellungsgebäude waren zudem auch komplexere technische Präsentationsmittel und Wissensmedien, wie etwa ein Multitouchtisch, zu finden.

Unmittelbarer Bezug zum Themenfeld Technologie wurde innerhalb der Orangerie aufgebaut, deren permanenter Ausstellungsteil sich aus dem Museum für Astronomie und Technikgeschichte speist. Hierbei wurde explizit Bezug genommen auf die Anfänge der sich zuerst noch im Kontext der Kybernetik konstituierenden Disziplin Informatik.

Indem die gewohnten Grenzziehungen zwischen Technik, Natur, Kultur wiederholt und intensiv in Frage gestellt wurden und diese Infragestellung gleichzeitig anhand materiell-sinnlich erfahrbarer Kunstobjekte zu neuen, teils unverhofften begrifflichen Kreuzungspunkten führte, fühlten sich die Kollegiaten um eine neue Reflexionsebene bereichert. In jedem Fall stellen die gemachten Erfahrungen wertvolle Bezugspunkte für zukünftige eigene Arbeiten dar, wie auch die konkret-materiellen Apparaturen interessantes Anschauungsmaterial und Diskursobjekt bleiben.

 

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